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Leserwunsch: Untreue

 

 

Leserwunsch: Untreue des Mannes in Langzeitbeziehungen

 

 

Wann liebt ein Mann seine Partnerin?

 

Er steht mit beiden Beinen im Leben. Er weiß, wer er ist und wohin er will. Er geht seinen Weg. Er ruht in sich. Er hat den Mut, sein Herz zu öffnen. Er kümmert sich um seine Ziele im Leben, geht seinen Hobbys nach und pflegt seine Freundschaften. Er steht zu seiner Partnerin in jeder Hinsicht. Er liebt sie, weil er sich selbst liebt und sich um sich kümmert.

 

Ein Mann, der nicht liebt ist lediglich von der Bestätigung und Liebe seiner Partnerin abhängig. Er verschließt sich und setzt keine Grenzen, nicht für sich und nicht für sie. Er versteckt seine Partnerin in der Öffentlichkeit und wahrt eine gewisse emotionale Distanz zu ihr. Er braucht sie trotzdem aus der Angst heraus, allein zu bleiben.

 

Ein Mann, der braucht, liebt nicht. Aus dieser Position heraus gehen der Respekt und die Anerkennung füreinander verloren. Ein Mann, der braucht, stillt sein Bedürfnis bei einer anderen. Das Brauchen versperrt das Herz. Das Herz ist gefüllt mit Angst. Die Angst führt zu einer Abhängigkeit.

Brauchen und lieben passen nicht zusammen

 

Laut Umfragen sind die zentralen Faktoren für Lebenszufriedenheit Liebe, Partnerschaft und Familie. Erst dann folgen Gesundheit, Beruf und Einkommen. Eine intime Partnerschaft steht demnach für eine psychische Stabilität und ist die wichtigste Quelle des Wohlbefindens.

 

Chronische Partnerschaftskonflikte beeinflussen die psychische und physische Gesundheit der Partner und sind häufig mit psychischen Störungen korreliert. Auch Kindern geht es deutlich schlechter, deren Eltern starke Konflikte miteinander austragen als Kindern in intakten Familien.

 

Wishmann fand heraus, dass eine niedrige Beziehungsqualität um das 3-fache mit psychischen Störungen zusammenhängt als eine hohe Beziehungsqualität.

 

Folgende psychische Störungen nach DSM-IV sind gemeint:

 

  • Affektive Störungen

  • Majore Depression

  • Dysthymie

  • Bipolare Störung

  • Angststörungen

  • Panikstörungen

  • Agoraphobie

  • Sozialphobie

  • Spezifische Phobie

  • GAS (Generalisierte Angststörung)

  • PTBS (Posttraumatische Belastungsstörung)

  • Substanzabhängigkeit

  • Alkohol

  • Medikamente/Drogen

 

Geht ein Partner fremd, denkt er in erster Linie an seine eigene Bedürfnisbefriedigung. Er berücksichtig also nicht die Bedürfnisse seiner Partnerin und auch nicht die der Person, mit der er fremdgeht. Es ist anzunehmen, dass dem Fremdgeher etwas fehlt, was er aber nicht in der Lage ist, seiner Partnerin zu kommunizieren. Das Fremdgehen ist auch kein Ausrutscher, wie es meist als Ausrede benutzt wird. Nein. Der Fremdgeher möchte in diesem Moment schlicht und einfach seinen Trieben freien Lauf lassen. Er möchte verführen und sich verführen lassen. Das ist ein Prozess, der viele kleine Entscheidungen beinhaltet.

 

  • Er sieht eine Frau und entscheidet blitzschnell, ob er sie heiß findet oder nicht.

  • Danach entscheidet er, ob er mit ihr in Kontakt tritt und ihr somit näherkommen möchte.

  • Er hat ebenfalls auch einen Einfluss auf das Gespräch mit ihr und entscheidet, in welche Richtung es geht.

  • Auch entscheidet er, wie nah er die Neue an sich heranlässt. Bleibt es bei einem Flirt oder geht es weiter.

  • Letztendlich entscheidet er, ob Sexualität ins Spiel kommt oder nicht, sofern diese Frau auch an ihm interessiert und bereit ist.

  • Ob sich dieser Akt letztendlich für ihn gelohnt hat, entscheidet er erst danach und handelt dementsprechend.

 

Bis zum Fremdgehen stehen also viele kleine Entscheidungen an, die jeder Mensch zu jeder Zeit selbst beeinflussen kann. Konsequenzen daraus zu ziehen, die nach diesem Akt mit Sicherheit folgen werden, sind im Idealfall verantwortungsvoll zu tragen.

 

Warum ist der Mann nun untreu geworden?

Diese Frage kann nur er selbst beantworten, sofern ihm diese tatsächlich selbst bewusst ist. Alles andere wären nur wilde Spekulationen. Doch leider stürzen sich gerade die Betrogenen in diese wilden Spekulationen und fragen sich, was sie falsch gemacht haben. Sie geben sich die Schuld daran.

 

Nach einer ersten durchlebten Empörung wollen sie es besser machen und setzten alles daran, um es dem Partner rechtzumachen, damit das nicht nochmal passiert. Womöglich kriegen sie auch zu hören, dass es nur zur Untreue gekommen ist, weil sie sich nicht mehr um den Fremdgeher gekümmert haben und ihm nicht mehr die Anerkennung und Wertschätzung geschenkt haben, die er gebraucht hätte. Auf diese Weise überträgt der Fremdgeher die ganze Verantwortung für sein Handeln dem Betrogenen. Die emotionale Belastung steigt an und nun haben die oben beschriebenen psychischen Störungen wie beispielsweise Ängste und Panikattacken freien Raum. Ist es das wert?

 

Niemand kann die Leere eines anderen Menschen stopfen.

Was einem Menschen fehlt, muss er sich in erster Linie selbst erfüllen

 

Es ist sehr wichtig, seine eigene Einstellung zu einer Partnerschaft zu überprüfen und seine Grenzen festzusetzen.

 

Untreue kann ein Paar trennen oder es auch wieder zusammenschweißen.

Die Entscheidung liegt bei einem selbst.

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